Beiträge

Tarifpolitisches Zeitzeichen:
Streik der Chemiearbeiter 1971

Vor 50 Jahren fand in der chemischen Industrie der letzte große Arbeitskampf statt. Er hatte erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Beziehungen von Arbeitgeberverband und Gewerkschaft in dieser Branche. Einen guten Überblick über diesen Großkonflikt, seinen Verlauf und seinen politisch-ökonomischen Hintergrund bietet der nach wie vor hochinformative Artikel von Otto Jacobi aus dem Kritischen Gewerkschaftsjahrbuch 1972.

Tarifbindung stärken – was bieten die Parteien?

Seit über zwei Jahrzehnten geht die Tarifbindung zurück. Der Schutz der Arbeitnehmer*innen wird schwächer. Das zu ändern ist nicht nur Aufgabe von Gewerkschaften und Arbeitgebern. Auch die Politik ist gefordert. Was bieten die Parteien zur Stärkung an? Ein Check vor den Bundestagswahlen.
Mein Beitrag auf der Gegenblende vom 21.5.2021

IAB-Studie: Tarifbindung weiter rückläufig

Nur noch jede:r zweite Beschäftigte genießt den Schutz von Tarifverträgen. Das ergibt sich den aktuellen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2020. Im Jahr 2020 arbeiteten 43 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifvertrag. Die Tarifbindung ist dabei im Westen deutlich höher als im Osten. Rund 45 Prozent der westdeutschen und 32 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten in einem Betrieb, in dem ein Branchentarifvertrag galt.
Die Pressemeldung des IAB vom 19.5.2021 mit weiteren Details.

Tarifrunde Metallindustrie 2021

In der aktuellen Metalltarifrunde 2021 ging es nicht nur um mehr (oder weniger) Geld. Die Arbeitgeber forderten mehr Flexibilität des Flächentarifvertrags. Das Zauberwort lautete „Automatische Differenzierung“. Damit drohte dem Flächentarif eine weitere Auszehrung.
Mein Kommentar vom 1.3.2021 auf dem WSI Blog – und hier ein Überblick über das Tarifergebnis bei der IG Metall.

Kompromiss zum Mindestlohn: ein Teilerfolg

Trotz der Covid-19-Pandemie wird der Mindestlohn erhöht. Das ist nicht nur vernünftig, sondern eine wichtige Voraussetzung, um gute Arbeit und Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer*innen zu erreichen. Nun gilt es zudem weiter die Tarifsysteme zu stärken. Nur so lässt sich der Niedriglohnsektor reduzieren.
Mein Kommentar vom 1.7.2020 in der Gegenblende, dem Debattenmagazin des DGB

Tarifpolitik in Ostdeutschland 1990 – 2020

Ein Rückblick auf 30 Jahre Tarifpolitik in Ostdeutschland: Die Gewerkschaften konnten große Fortschritte erzielen – Löhne und Gehälter stiegen kräftig, die Arbeitszeit ging zurück. Aber noch immer klafft in vielen Branchen eine Lücke zwischen Ost und West. Eine Analyse der Entwicklung in Kooperation mit dem WSI-Tarifarchiv. Im Anhang zahlreiche Grafiken, Tabellen und Übersichten.

Bispinck, Reinhard (2020): Tarifpolitik in Ostdeutschland 1990 – 2020. Ein Rückblick auf zentrale Entwicklungen, Konflikte und Ergebnisse, WSI-Tarifarchiv, Elemente qualitativer Tarifpolitik 88, 48 S., Düsseldorf

Die Lohnmauer zwischen Ost und West steht zum Teil noch heute

Die tarifpolitische Entwicklung in Ostdeutschland von 1990 – 2020 im Überblick. Eine Zusammenfassung der ausführlichen Analyse mit dem WSI-Tarifarchiv.
Mein Beitrag auf dem WSI Blog vom 3.10.2020

Vorschläge zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes in der Corona-Krise

Zu Beginn der Corona-Krise gab es verschiedene Vorschläge zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Der Beitrag gemeinsam mit Thorsten Schulten (WSI) zeigt, welche Beschäftigtengruppen in welchem Ausmaß von den Vorschlägen profitieren würden.
Unser Beitrag auf dem WSI Blog vom 14.4.2020

Die Zehnerjahre in der Tarifpolitik

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Das Jahr 2019 zeigte eine positive Bilanz der Tarifpolitik: Tariflöhne und -gehälter stiegen um 2,9 Prozent, das bedeutet einen realen Lohnzuwachs von 1,5 Prozent. Damit setzt sich die gute Entwicklung der Vorjahre fort. Doch wie fällt die Gesamtbilanz der Zehnerjahre aus?
Mein Beitrag vom 9.1.2020 auf dem WSI Blog.

Sozialpolitischer Fortschritt durch Tarifvertrag

Tarifverträge sind oft Vorreiter für soziale Reformen, die später dann per Gesetz für alle Beschäftigten Geltung erlangen. Das lässt sich mustergültig an der Lohnfortzahlung bei Krankheit zeigen, die vor 50 Jahren Gesetz wurde.
Mein Beitrag vom 12.2.2020 in der Gegenblende, dem Debattenmagazin des DGB

Tarifverträge und Tarifflucht in Sachsen

Sachsen bildet mit einer Tarifbindung von 39 Prozent der Beschäftigten und 15 Prozent der Betriebe von allen Bundesländern mit Abstand das Schlusslicht in Deutschland. Dies gilt, obwohl die sächsische Wirtschaftsstruktur mit seinen industriellen Kernen eine höhere Tarifbindung eher begünstigt. Die Ursache für die extrem niedrige Tarifbindung liegt vor allem im Verhalten von Politik und Wirtschaft, die lange Zeit dem Leitbild des Billiglohnlandes Sachsen gefolgt sind. Im Rahmen dieser Studie habe ich gemeinsam mit Thorsten Schulten und Malte Lübker die Entwicklung der Tarifbindung im Freistaat und die Auswirkungen auf die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen analysiert. Außerdem diskutieren wir Ansatzpunkte zur Restabilisierung des Tarifvertragssystems in Sachsen.

Schulten, Thorsten/Lübker, Malte/Bispinck, Reinhard (2019): Tarifverträge und Tarifflucht in Sachsen, WSI Study Nr. 19, 84 S., Düsseldorf, Mai 2019

70 Jahre Tarifvertragsgesetz

Am 9. April 1949, noch vor der Gründung der Bundesrepublik, beschloss der Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes der britischen und amerikanischen Zone das Tarifvertragsgesetz (TVG). In einer Auswertung mit dem WSI-Tarifarchiv habe ich die großen Trends der Tarifpolitik in den vergangenen 70 Jahren skizziert. Die Dokumentation zeigt auch, wie sich die tariflichen Regelungen und Leistungen – etwa beim Lohn, Arbeitszeit und Urlaubsanspruch – in 13 ausgewählten Branchen und Tarifbereichen seit 1949 entwickelt haben.

Bispinck, Reinhard und WSI-Tarifarchiv (2019): 70 Jahre Tarifvertragsgesetz – Stationen der Tarifpolitik von 1949 bis 2019, Elemente qualitativer Tarifpolitik Nr. 85, 38 S. Düsseldorf

Tarifautonomie

Walther Müller-Jentsch, der Altmeister der Soziologie der industriellen Beziehungen, hat einen beeindruckenden Text „Tarifautonomie – Über die Ordnung des Arbeitsmarktes durch Tarifverträge“ vorgelegt. Ich habe ihn für die WSI-Mitteilungen rezensiert. Die Rezension gibt es hier (pdf).

Tarifverträge und Tarifflucht in Bayern

Die Tarifbindung befindet sich in Bayern wie in Deutschland insgesamt in einem anhaltenden Erosionsprozess. Bayern bildet mit einer Tarifbindung von 53 Prozent der Beschäftigten und 26 Prozent der Betriebe das Schlusslicht der westdeutschen Bundesländer. Immer mehr Beschäftigten werden tarifvertraglich abgesicherte Arbeits- und Einkommensbedingungen vorenthalten. Diese Studie untersucht durch statistische Datenanalysen und ergänzende Branchen- und Betriebsfallstudien die Entwicklung der Tarifbindung und die Auswirkungen von Tarifflucht in Bayern.

Schulten, Thorsten/Lübker, Malte/Bispinck, Reinhard (2018): Tarifverträge und Tarifflucht in Bayern, WSI Study Nr. 13, 78 S., Düsseldorf, Juni 2018 und als Veröffentlichung des DGB Bayern